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Familienangelegenheiten

Foto eines lachenden Babys

Foto eines lachenden Babys, © www.colourbox.com

01.12.2017 - Artikel

Ehenamensrecht

Aus deutscher Sicht unterliegt die Namensführung jedes Ehegatten seinem Heimatrecht (Art. 10 Abs. 1 EGBGB).
Dies bedeutet, dass der deutsche Ehegatte hinsichtlich seiner Namensführung allein deutschem Recht untersteht. Seine Namensführung ändert sich nicht, wenn keine Erklärung bei oder nach der Eheschließung abgegeben wird. Sofern ein gemeinsamer Familienname (Ehename) bestimmt wird, erstreckt sich dieser Name auf gemeinsame Kinder, die das fünfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Anders als bei einer Eheschließung in Deutschland ist bei einer Eheschließung im Ausland die Möglichkeit der Ehenamensbestimmung nicht immer gegeben, da die ausländischen Vorschriften - so z. B. in Algerien - oft vergleichbare Regelungen nicht kennen. Dies hat zur Folge, dass der deutsche Ehegatte für den deutschen Rechtsbereich den Familiennamen beibehält, den er zur Zeit der Eheschließung geführt hat (getrennte Namensführung).
Das deutsche Namensrecht räumt jedoch die Möglichkeit ein, nachträglich eine "Erklärung über die Namensführung in der Ehe" abzugeben, um auf diese Weise den gewünschten Namen zu erhalten (z.B. einen gemeinsamen Familiennamen zu führen). Diese Erklärung kann jederzeit abgegeben werden, solange die Ehe besteht. Die Erklärung ist unwiderruflich. Sie haben folgende Rechtswahlmöglichkeiten:

1. Wahl des deutschen Rechts: Bei Wahl des deutschen Rechts kann der Familien- oder Geburtsname des Mannes oder der Frau als Ehenamen bestimmt werden. Nur bei Wahl des deutschen Rechts kann die deutsche Ehefrau/der deutsche Ehemann zusätzlich gemäß § 1355 IV BGB dem gemeinsam gewählten Ehenamen den bisher geführten Namen (oder den Geburtsnamen) voran- bzw. hinten anstellen.
2. Wahl des ausländischen Rechts: Sie können auch gemeinsam den Namen nach dem ausländischen Heimatrecht Ihres Ehepartners wählen können. Sollten Sie sich für das ausländische Recht entscheiden, so unterliegen Sie diesem Recht und können nur die darin möglichen Optionen - sofern vorhanden – wahrnehmen. Die Wahl algerischen Rechts bedeutet beispielsweise, dass jeder Ehegatte weiterhin seinen Geburtsnamen führt. Bitte beachten Sie weiterhin, dass die Namenswahl nach deutschem Recht keinen Einfluss auf eine Namensführung nach ausländischem Recht hat. Wählt ein deutsch-algerisches Ehepaar einen gemeinsamen Ehenamen, so gilt diese Wahl zwar für Deutschland, nicht aber für Algerien. Führt eine algerische Ehefrau beispielsweise für das deutsche Recht den Namen des deutschen Ehemannes als gemeinsamen Familiennamen, so trägt sie den Namen ihres Mannes zwar in Deutschland, wird in Algerien jedoch weiterhin unter ihrem Geburtsnamen geführt. Diese hinkende Namensführung (d. h. abweichende Namensführung zwischen zwei Rechtsgebieten) kann unter Umständen zu Schwierigkeiten bei Reisen zwischen Algerien und Deutschland führen (z. B. algerischer Reisepass lautet auf den Geburtsnamen, deutscher Aufenthaltstitel auf den Familiennamen nach deutschem Recht), auch in anderen Fällen ist mit Problemen zu rechnen. Dessen sollten Sie sich unbedingt bewusst sein, wenn Sie eine Ehenamenserklärung abgeben, die zu einer hinkenden Namensführung führt.

Wie ist das Verfahren zur Wahl eines gemeinsamen Familiennamens?
Falls Sie einen gemeinsamen Familiennamen wünschen, können Sie diesen im Rahmen einer Beurkundung einer Auslandseheschließung in Deutschland oder – falls Sie keine deutsche Eheurkunde beantragen möchten – in einer separaten Namenserklärung bestimmen.

Die Namenserklärung kann über die Deutsche Botschaft Algier abgegeben werden. Zusammen mit den erforderlichen Unterlagen wird sie dann von der Botschaft an das jeweilige deutsche Standesamt übersandt. Haben Sie weiterhin einen in Deutschland angemeldeten Wohnsitz, ist das dortige Standesamt auch für die Eintragung ins Eheregister zuständig. Besteht keine Anmeldung in Deutschland, wird der Antrag ans Standesamt I in Berlin weitergeleitet. Vorzulegende Unterlagen:

  •    ausgefülltes Antragsformular
  •    Heiratsurkunde
  •    Geburtsurkunden der Ehegatten
  •    Reisepässe der Ehegatten, sofern diese mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen, bringen Sie bitte entsprechende Nachweise (Pässe, Einbürgerungsurkunden o. ä.) für jede Staatsangehörigkeit mit
  • sofern die Ehegatten bzw. ein Ehegatte eine algerische Geburtsurkunde vorlegt, in der nicht alle personenstandsrechtlichen Ereignisse (Vorehen, Scheidungen im Ausland) vermerkt sind: Heiratsurkunden und Scheidungsurteile der Vorehen; es ist jedoch empfehlenswert, alle personenstandsrechtlichen Ereignisse im algerischen Geburtenregister nachtragen zu lassen, um eine vollständige, legalisierbare Geburtsurkunde zu erhalten.
  • sofern die Eheschließung in Algerien bei einem Notar stattgefunden hat, muss der entsprechende Ehevertrag vorgelegt werden; sofern die Wirksamkeit einer Ehe erst im Nachhinein durch ein algerisches Gerichtsurteil festgestellt wurde, muss das entsprechende Urteil vorgelegt werden.

Gebühren

Die Gebühren für die Erklärung des Ehenamens werden je nach Bundesland festgesetzt und können daher unterschiedlich sein. Auch bei der Botschaft werden im Rahmen der Antragstellung Gebühren fällig. Diese sind in Dinar zu begleichen und abhängig von der Zahl der notwendigen Kopien und Legalisationen. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie auf schriftliche Nachfrage oder im Rahmen der Vorsprache.

Termin

Für die Antragstellung benötigen Sie einen Termin. Eine telefonische Terminvergabe über die Botschaft ist nicht möglich. Stattdessen wenden Sie sich bitte schriftlich an die Konsularabteilung der Deutschen Botschaft (info@algier.diplo.de). Nach elektronischer Übermittlung aller notwendigen Unterlagen erfolgt zunächst die Prüfung durch die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Botschaft. Nach Abschluss dieser Vorprüfung wird sich die Deutsche Botschaft zwecks Terminvereinbarung schriftlich an Sie wenden.

Eheschließung im Ausland

Eine im Ausland wirksam geschlossene Ehe ist grundsätzlich auch in Deutschland gültig, sofern beide Verlobte dabei die jeweils für sie gültigen Eheschließungsvoraussetzungen erfüllt haben. Es empfiehlt sich jedoch, die Ehe auch in Deutschland registrieren zu lassen, weil eine deutsche Eheurkunde von Ihnen immer wieder unkompliziert im deutschen Rechtsbereich verwendet werden kann.

Der Antrag auf Eintragung einer im Ausland geschlossenen Ehe kann über die Deutsche Botschaft Algier gestellt werden. Zusammen mit den erforderlichen Unterlagen wird er dann von der Botschaft an das jeweilige deutsche Standesamt übersandt. Haben Sie weiterhin einen in Deutschland angemeldeten Wohnsitz, ist das dortige Standesamt auch für die Eintragung ins Eheregister zuständig. Besteht keine Anmeldung in Deutschland, wird der Antrag ans Standesamt I in Berlin weitergeleitet.

Der Antrag kann auch durch den/die Antragsteller persönlich beim zuständigen Standesamt abgegeben oder per Post übersandt werden. Sollte im Rahmen der Beantragung auch eine Namenswahl gewünscht sein, müssen die Unterschriften der Ehegatten beglaubigt werden. Die Unterschriftsbeglaubigung erfolgt bei der Botschaft.

Antrag auf Beurkundung einer Auslandseheschließung im Eheregister

Folgende Dokumente sind dem Antrag beizufügen:

  •     ausgefülltes Antragsformular
  •     Heiratsurkunde
  •     Geburtsurkunden der Ehegatten
  •     Reisepässe beider Ehegatten, sofern diese mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen, bringen Sie bitte entsprechende Nachweise (Pässe, Einbürgerungsurkunden o. ä.) für jede Staatsangehörigkeit mit
  •     sofern die Ehegatten bzw. ein Ehegatte eine algerische Geburtsurkunde vorlegt, in der nicht alle personenstandsrechtlichen Ereignisse (Vorehen, Scheidungen im Ausland) vermerkt sind: Heiratsurkunden und Scheidungsurteile der Vorehen; es ist jedoch empfehlenswert, alle personenstandsrechtlichen Ereignisse im algerischen Geburtenregister nachtragen zu lassen, um eine vollständige, legalisierbare Geburtsurkunde zu erhalten.
  •     sofern die Eheschließung in Algerien bei einem Notar stattgefunden hat, muss der entsprechende Ehevertrag vorgelegt werden; sofern die Wirksamkeit einer Ehe erst im Nachhinein durch ein algerisches Gerichtsurteil festgestellt wurde, muss das entsprechende Urteil vorgelegt werden

Gebühren:

Die Gebühren für die Beurkundung der Auslandseheschließung und die Ausstellung beantragter Eheurkunden werden je nach Bundesland festgesetzt und können daher unterschiedlich sein. Auch bei der Botschaft werden im Rahmen der Antragstellung Gebühren fällig. Diese sind in Dinar zu begleichen und abhängig von der Zahl der notwendigen Kopien und Legalisationen. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie auf schriftliche Nachfrage oder im Rahmen der Vorsprache.

Termin:

Für die Antragstellung benötigen Sie einen Termin. Eine telefonische Terminvergabe über die Botschaft ist nicht möglich. Stattdessen wenden Sie sich bitte schriftlich an die Konsularabteilung der Deutschen Botschaft.

Eingetragene Lebenspartnerschaft

Allgemeine Informationen zur Beurkundung einer im Ausland begründeten Lebenspartnerschaft im Lebenspartnerschaftsregister. Eine für den deutschen Rechtsbereich wirksame, im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft kann auf Antrag im Lebenspartnerschaftsregister beurkundet werden. Bitte füllen Sie die Formulare nicht in Großbuchstaben aus, da sich dadurch abweichende Schreibweisen ergeben können. Folgende Dokumente sind dem Antrag in beglaubigter Kopie beizufügen:

  •     Nachweis der Begründung der Lebenspartnerschaft
  •     Nachweis der Staatsangehörigkeit beider Lebenspartner (z. B. Pässe, Staatsangehörigkeitsurkunden, Einbürgerungsurkunden, Bescheinigungen der Heimatbehörden)
  •     Abstammungsnachweis (z. B. Geburtsurkunde)
  •     gegebenenfalls Nachweis zur Namensführung in der Lebenspartnerschaft

Sie können den Antrag persönlich oder auf dem Postweg bei Ihrer zuständigen deutschen Auslandsvertretung einreichen. Sollte mit dem Antrag auf Eintragung im Lebenspartnerschaftsregister auch eine Namenserklärung verbunden werden, muss der Antrag von beiden Lebenspartnern unterschrieben und öffentlich (von der Auslandsvertretung oder einem Notary Public) beglaubigt werden.

Möchten Sie nur einen Eintrag im Lebenspartnerschaftsregister beantragen, ist es ausreichend, wenn nur einer der Lebenspartner den Antrag unterschreibt, eine öffentliche Beglaubigung ist in diesem Fall nicht notwendig.

Die Auslandsvertretung wird Ihren Antrag dann an das in Deutschland zuständige Standesamt weiterleiten. Haben Sie weiterhin einen in Deutschland angemeldeten Wohnsitz, ist das dortige Standesamt auch für die Eintragung ins Lebenspartnerschaftsregister zuständig. Dies ist jedoch nur möglich, wenn in dem jeweiligen Bundesland auch tatsächlich ein Lebenspartnerschaftsregister geführt wird.

Besteht keine Anmeldung in Deutschland, wird der Antrag an das Standesamt I in Berlin weitergeleitet.

Ist eine Beglaubigung des Antrags durch die Auslandsvertretung notwendig, wird von der Vertretung hierfür eine Gebühr in Höhe von 20,- EUR zum jeweiligen Tageskurs in US-Dollar erhoben. Das zuständige Standesamt erhebt weiterhin eine Gebühr für die Eintragung ins Lebenspartnerschaftsregister und die Ausstellung deutscher Lebenspartnerschaftsurkunden.

Geburt im Ausland

Ist ein Deutscher im Ausland geboren, so kann die Geburt auf Antrag im Geburtenregister des zuständigen Standesamts beurkundet werden. Für die Beurkundung der Geburt ist in erster Linie das Standesamt zuständig, in dessen Zuständigkeitsbereich die im Ausland geborene Person ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Ergibt sich danach keine Zuständigkeit, so ist das Standesamt zuständig, in dessen Zuständigkeitsbereich die antragsberechtigte Person (das sind in der Regel die Eltern bzw. ein Elternteil) ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Sollte keiner dieser Fälle zutreffen, ist das Standesamt I in Berlin zuständig. Eine Frist für die Registrierung der Geburt gibt es nicht.

Der Antrag auf Nachbeurkundung der Geburt eines Deutschen im Ausland kann über die Deutsche Botschaft Algier gestellt werden. Zusammen mit den erforderlichen Unterlagen wird er dann von der Botschaft an das jeweilige deutsche Standesamt übersandt. Haben Sie weiterhin einen in Deutschland angemeldeten Wohnsitz, ist das dortige Standesamt auch für die Eintragung ins Eheregister zuständig. Besteht keine Anmeldung in Deutschland, wird der Antrag ans Standesamt I in Berlin weitergeleitet.

Der Antrag kann auch durch den/die Antragsteller persönlich beim zuständigen Standesamt abgegeben oder per Post übersandt werden. Sollte im Rahmen der Beantragung auch eine Namenswahl für das Kind notwendig sein, muss die Unterschrift der Eltern beglaubigt werden. Die Unterschriftsbeglaubigung erfolgt bei der Botschaft.

Folgende Dokumente sind dem Antrag beizufügen:

  •     ausgefülltes Antragsformular
  •     Geburtsurkunde des Kindes
  •     Heiratsurkunde der Eltern
  •     Geburtsurkunden der Eltern
  •     Reisepässe der Eltern, sofern diese mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen, bringen Sie bitte entsprechende Nachweise (Pässe, Einbürgerungsurkunden o. ä.) für jede Staatsangehörigkeit mit ausländischer Reisepass des Kindes, sofern dieses weitere Staatsangehörigkeiten besitzt und bereits ein entsprechendes Dokument erhalten hat
  •     sofern das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit von einem Elternteil erworben hat, der die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhalten hat, die deutsche Einbürgerungsurkunde
  •     sofern die Eltern bzw. ein Elternteil eine algerische Geburtsurkunde vorlegt, in der nicht alle personenstandsrechtlichen Ereignisse (Vorehen, Scheidungen im Ausland) vermerkt sind: Heiratsurkunden und Scheidungsurteile der Vorehen; es ist jedoch empfehlenswert, alle personenstandsrechtlichen Ereignisse im algerischen Geburtenregister nachtragen zu lassen, um eine vollständige, legalisierbare Geburtsurkunde zu erhalten.
  •     bei nicht-ehelicher Geburt: Nachweis einer wirksamen Vaterschaftsanerkennung, sofern das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit nur von einem deutschen Vater ableitet
  •     sofern die Eheschließung in Algerien bei einem Notar stattgefunden hat, muss der entsprechende Ehevertrag vorgelegt werden; sofern die Wirksamkeit einer Ehe erst im Nachhinein durch ein algerisches Gerichtsurteil festgestellt wurde, muss das entsprechende Urteil vorgelegt werden

Gebühren:

Die Gebühren für die Beurkundung der Geburt und die Ausstellung beantragter Geburtsurkunden werden je nach Bundesland festgesetzt und können daher unterschiedlich sein. Auch bei der Botschaft werden im Rahmen der Antragstellung Gebühren fällig. Diese sind in Dinar zu begleichen und abhängig von der Zahl der notwendigen Kopien und Legalisationen. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie auf schriftliche Nachfrage oder im Rahmen der Vorsprache.

Termin:

Für die Antragstellung benötigen Sie einen Termin. Eine telefonische Terminvergabe über die Botschaft ist nicht möglich. Stattdessen wenden Sie sich bitte schriftlich an die Konsularabteilung der Deutschen Botschaft.

Kindesnamensrecht

Für deutsche Staatsangehörige unterliegt die Namensführung ausschließlich deutschem Namensrecht. Die nach deutschem Recht mögliche Namensführung kann von der Namensführung abweichen, die auf algerischen Personenstandsurkunden oder Ausweisdokumenten eingetragen ist. 

Führen die Eltern eines deutschen Kindes einen gemeinsamen Familiennamen nach deutschem Recht, erhält das Kind automatisch den Familiennamen der Eltern als Nachnamen.

Führen die Eltern keinen gemeinsamen Ehenamen, sondern jeweils unterschiedliche Familiennamen, müssen sie daher vor der erstmaligen Ausstellung eines deutschen Kinderausweises oder Reisepasses bzw. einer deutschen Geburtsurkunde einen Familiennamen für ihr Kind wählen. Eine Wahl gegenüber dem deutschen Standesbeamten ist auch dann erforderlich, wenn die algerische Geburtsurkunde bereits den gewünschten Familiennamen enthält. Falls die Mutter bzw. der Vater des Kindes eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit (z.B. die algerische) besitzt, müssen beide Eltern zunächst die maßgebliche Rechtsordnung, z.B. deutsches oder algerisches Recht, bestimmen.

Ehepaare, die in Algerien geheiratet haben und in der Folge keinen für Deutschland wirksamen gemeinsamen Familiennamen gewählt haben, müssen in der Regel eine Namenserklärung für ihr Kind abgeben. Namenserklärungen sind unwiderruflich.

Sie haben folgende Rechtswahlmöglichkeiten:

1. Deutsches Recht: Falls beide Elternteile ausschließlich die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, ist automatisch die deutsche Rechtsordnung für die Wahl des Familiennamens des Kindes maßgeblich. Die Eltern haben die Wahl, ob sie den Familiennamen der Mutter oder den Familiennamen des Vaters zum Geburtsnamen des Kindes bestimmen. Die Namenswahl gilt automatisch auch für alle weiteren Kinder. Deutsches Recht kann selbstverständlich auch dann gewählt werden, wenn nur ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Wählen Sie deutsches Recht, wenn Sie den Familiennamen des Vaters oder den Familiennamen der Mutter als Geburtsnamen Ihres Kindes wünschen.
2. Ausländisches Recht: Falls ein Elternteil z.B. die algerische Staatsangehörigkeit besitzt, können die Eltern wählen, ob sie die deutsche Rechtsordnung oder die algerische als Grundlage für die Wahl des Geburtsnamens ihres Kindes wählen wollen. Die Namenswahl erstreckt sich nicht automatisch auf weitere Kinder. Sollten Sie sich für das ausländische Recht entscheiden, so unterliegen Sie diesem Recht und können nur die darin möglichen Optionen - sofern vorhanden - wahrnehmen. Falls ein Ehepartner die z. B. die algerische Staatsangehörigkeit besitzt und Sie algerisches Recht wählen, kann Ihr Kind nur den Namen des Vaters erhalten.

Wie ist das Verfahren zur Wahl des Familiennamens für ein Kind?
Falls eine Namenswahl erforderlich ist, können Sie den Familiennamen Ihres Kindes im Rahmen einer Geburtsanzeige oder – falls Sie keine deutsche Geburtsurkunde beantragen möchten – in einer separaten Namenserklärung bestimmen.

Die Namenserklärung kann von der Deutschen Botschaft Algier beglaubigt werden. Zusammen mit den erforderlichen Unterlagen wird sie dann von der Botschaft an das jeweilige deutsche Standesamt übersandt. Haben das Kind, die Kindeseltern oder ein Elternteil weiterhin einen in Deutschland angemeldeten Wohnsitz, ist das dortige Standesamt auch für die Eintragung ins Eheregister zuständig. Besteht keine Anmeldung in Deutschland, wird der Antrag ans Standesamt I in Berlin weitergeleitet. Vorzulegende Unterlagen:

  •     ausgefülltes Antragsformular
  •     Namenserklärung
  •     Geburtsurkunde des Kindes
  •     Heiratsurkunde der Eltern
  •     Geburtsurkunden der Eltern
  •     Reisepässe der Eltern, sofern diese mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen, bringen Sie bitte entsprechende Nachweise (Pässe, Einbürgerungsurkunden o. ä.) für jede Staatsangehörigkeit mit
  •     ausländischen Reisepass des Kindes, sofern dieses weitere Staatsangehörigkeiten besitzt und bereits ein entsprechendes Dokument erhalten hat
  •     sofern das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit von einem Elternteil erworben hat, das die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhalten hat, die deutsche Einbürgerungsurkunde
  •     sofern die Eltern bzw. ein Elternteil eine algerische Geburtsurkunde vorlegt, in der nicht alle personenstandsrechtlichen Ereignisse (Vorehen, Scheidungen im Ausland) vermerkt sind: Heiratsurkunden und Scheidungsurteile der Vorehen; es ist jedoch empfehlenswert, alle personenstandsrechtlichen Ereignisse im algerischen Geburtenregister nachtragen zu lassen, um eine vollständige, legalisierbare Geburtsurkunde zu erhalten.
  •     bei nicht-ehelicher Geburt: Nachweis einer wirksamen Vaterschaftsanerkennung, sofern das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit nur von einem deutschen Vater ableitet
  •     sofern die Eheschließung in Algerien bei einem Notar stattgefunden hat, muss der entsprechende Ehevertrag vorgelegt werden; sofern die Wirksamkeit einer Ehe erst im Nachhinein durch ein algerisches Gerichtsurteil festgestellt wurde, muss das entsprechende Urteil vorgelegt werden

Scheidung und Unterhalt

Eine Scheidung, die im Ausland vollzogen wurde, ist nicht automatisch für den deutschen Rechtsbereich wirksam. Der Bürgerservice beantwortet Fragen zum Thema "Ehescheidung mit Auslandsbezug" auf der Webseite des Auswärtigen Amts.

1. Durchsetzung des bereits in Deutschland erwirkten Urteils in Algerien
Grundsätzlich ist es möglich, ein deutsches Urteil zur Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen in Algerien durchsetzen zu lassen. Dies setzt die richterliche Wirksamkeitserklärung des Urteils voraus. Das Verfahren ist mit Kosten iHv ca. 30.000 Dinar (ca. 330 EUR) verbunden und kann ca. 6 Monate in Anspruch nehmen. Zur Einleitung des Verfahrens müssen dem Gericht ein gültiges Scheidungsurteil der Eltern, hilfsweise ein Nachweis des dauerhaften Getrenntlebens vorgelegt werden. Sollte der Kindesvater einer regelmäßigen Beschäftigung nachgehen, kann ihm der Kindesunterhalt vom Lohn abgezogen werden.
Hinsichtlich der Feststellung der tatsächlichen finanziellen Verhältnisse des Kindesvaters, wie auch hinsichtlich der Einleitung des Verfahrens rät die Botschaft zur Einschaltung eines algerischen Rechtsanwaltes. Sollte der Kindesvater keiner geregelten Beschäftigung nachgehen besteht für ihn -- nach Erfahrung der Botschaft -- relativ einfach die Möglichkeit sich der Zahlungsverpflichtung durch Umzug (etwa zu Verwandten) zu entziehen.

2. Erneute Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen in Algerien
Das Bundesamt für Justiz nimmt als Zentrale Behörde die Aufgaben der deutschen "Empfangs- und Übermittlungsstelle" nach dem UN-Übereinkommen über die Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen im Ausland vom 20. Juni 1956 (UN-Unterhaltsübereinkommen) wahr. Dieses gilt für 65 Vertragsstaaten

Kindesentzug

Wenn sich Eltern aus verschiedenen Ländern trennen, kommt es immer wieder zu Konflikten über den künftigen Aufenthalt und das Sorgerecht für die Kinder. Nimmt ein Elternteil das Kind gegen den Willen des anderen, (mit-)sorgeberechtigten Elternteil in sein Heimatland, spricht man von Kindesentführung oder -entziehung. Wo sich Betroffene Rat holen können, welche rechtlichen Bestimmungen zu beachten sind und ob und ggf. wie das Auswärtige Amt und die deutschen Auslandsvertretungen im Ausland helfen können, erklärt das Auswärtige Amt auf der folgenden Seite.


Formulare und Merkblätter

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