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Algerien: Wirtschaft

22.03.2019 - Artikel

Wirtschaftsstruktur

Bestimmend für die algerische Wirtschaft sind Förderung und Export von Erdöl und Erdgas. Dieser macht etwa 60 Prozent der Staatseinnahmen und 93 Prozent der Exporteinnahmen aus. Der seit Jahren wachsende inländische Energiekonsum schmälert zusätzlich zu den 2014 eingebrochenen Preisen die Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport.

Die algerische Regierung will die industrielle Produktion in Algerien erhöhen und mehr Arbeitsplätze außerhalb des Öl- und Gassektors schaffen. Die algerische Regierung forciert den Abbau von Phosphat- und Erzvorkommen. Langfristig ist auch beabsichtigt, mit der Schiefergasproduktion zu beginnen, obgleich es gegen erste Schiefergasexplorationen Widerstand in der Bevölkerung gegeben hatte. Zudem soll die Gewinnung von Energie aus erneuerbaren Quellen erheblich ausgebaut werden. Rasche Fortschritte hin zu wirtschaftlicher Diversifizierung und damit der Reduzierung der starken Abhängigkeit vom Öl- und Gassektor sind angesichts der sich verschlechternden Haushaltslage dringend geboten.

Die Regierung will den Knowhow-Transfer und die Ausbildung von qualifiziertem Fachpersonal verbessern. In der beruflichen Bildung wird der Fokus auf die Schaffung von Bildungszentren in Partnerschaft mit Unternehmen gerichtet, die zu einer engeren Verzahnung des Bildungssektors mit der Wirtschaft und bedarfsgerechten Ausbildung beitragen sollen. Landesweit sind Industriezonen mit Clusterbildung im Aufbau begriffen.

Sinkende Staatseinnahmen veranlassen die Regierung zu Einsparmaßnahmen, jedoch möchte sie ihre umfassende Sozialpolitik aufrechterhalten. Um den Devisenabfluss zu begrenzen und die heimische Produktion zu stärken, wird der Import ausländischer Güter diverser Produktgruppen begrenzt.

Der Internationale Währungsfonds IWF empfiehlt Algerien grundlegende Strukturreformen zur Diversifizierung der Wirtschaft, Förderung des Privatsektors, Verbesserung des Geschäftsklimas sowie Reduzierung von Hemmnissen für Investitionen aus dem Ausland. Dadurch könnten ein höheres Wirtschaftswachstum erreicht und Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Abhängigkeit vom Öl- und Gassektor müsse verringert werden.

Infrastruktur

Algerien hat wichtige Investitionen zum Ausbau von Straßen- und Schienennetz, Strom- und Wasserversorgung im Wohnungsbau und im Gesundheitsbereich unternommen. Trotz Sparmaßnahmen wird aktuell noch an wesentlichen Pfeilern der Investitionstätigkeiten festgehalten, darunter den groß angelegten Wohnungsbau-, Sozial- und Infrastrukturvorhaben von strategischer Bedeutung wie z. B. einem neuen Containerhafen am Rande der Hauptstadt Algier oder einem Programm des sozialen Wohnungsbaus.

Umweltpolitik

Am 26.03.2015 unterzeichneten damaliger Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, und der algerische Energieminister Yousfi die deutsch-algerische Energiepartnerschaft in Berlin, die insbesondere die Steigerung der Energieeffizienz, die Diversifizierung des Energiemixes und den Ausbau erneuerbarer Energien zum Ziel hat. Die Energiepartnerschaft fügt sich gut in die aktuellen Bestrebungen der algerischen Regierung ein, das seit 2011 bestehende Programm zu Erneuerbaren Energien (bis 2030 sollen 22 GW für den einheimischen Verbrauch aus erneuerbaren Quellen stammen) anzupassen und umzusetzen.

Daten: Germany Trade & Invest (GTAI), IWF

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.



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