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Algerien: Kultur- und Bildungspolitik

22.03.2019 - Artikel

Bildungssystem

Die Reform des algerischen Schulwesens mit dem Ziel einer grundlegenden Modernisierung des Schulunterrichts wird seit 2014 von der Regierung vorangetrieben. Den europäischen Fremdsprachen wird − nach den Jahren der Arabisierung des Schulsystems − eine wichtige Rolle zugeschrieben. Französisch ist erste, Englisch zweite, Deutsch, Spanisch oder Italienisch dritte Fremdsprache. In der Praxis leidet die Reform an Fachkräftemangel. Nur ein Bruchteil algerischer Lehrer besitzt eine Hochschulqualifikation.

Das Goethe-Institut Algier wurde 1963 gegründet. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt auf der weiter wachsenden Spracharbeit. Beratungsleistungen des Goethe-Instituts im Bereich der Förderung des Deutschunterrichts werden gut angenommen. Das Interesse an der deutschen Sprache nimmt stetig zu. Gegenwärtig werden in Algerien etwa 18.000 Schüler an rund 3.000 algerischen Schulen in Deutsch als Fremdsprache unterrichtet.

Ein Memorandum of Understanding für die wissenschaftliche Zusammenarbeit des DAAD mit dem algerischen Hochschulministerium wurde im März 2016 unterzeichnet. Seit September 2017 ist die Lektoratsstelle in Algier wieder besetzt.

Das Institut für Wasser- und Energiestudien als eine von vier Einrichtungen der Pan-Afrikanischen Universität (PAU) hat 2014 seine Arbeit an der Universität Tlemcen aufgenommen. Das PAUWES-Institut in Tlemcen wird vom Bundesministerium für internationale Zusammenarbeit (BMZ) als regionales Vorhaben unterstützt: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) sind eingebunden. Ein trilaterales Abkommen (Afrikanische Union, BMZ, Algerien) zur Projektrealisierung wurde am 27. Juni 2013 in Berlin unterzeichnet.

Wissenschaft

Gegenstand der seit 2012 bestehenden Zusammenarbeit des algerischen Nationalmuseums Cherchell mit dem Deutschen Archäologischen Institut sind die Restaurierung archäologischer Objekte und die Fachausbildung von Personal.

Kultur

Die Kulturpolitik Algeriens ist weitgehend staatlich gelenkt und wird vom Kulturministerium stark reglementiert. Seit über 15 Jahren gibt es ein eigenes EU-Kulturfestival.

Derzeit verhandeln Deutschland und Algerien über den Abschluss eines bilateralen Kulturabkommens, das die Basis für die Vertiefung der kulturellen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder bilden soll.

Medien

Es gibt eine private Schriftpresse mit zahlreichen Titeln, die in der Berichterstattung und Kommentierung relativ frei ist. Die meisten Zeitungen sind jedoch auf die staatlichen Druckereien und Einnahmen aus Werbung der staatlichen Werbe- und Verlagsgesellschaft angewiesen. Kritische Stimmen werden von der Regierung weitestgehend ignoriert, doch einzelne kritische Journalisten und Blogger werden strafrechtlich verfolgt. In der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen für 2018 liegt Algerien auf Platz 136 von 180 Staaten.

Im Gegensatz zur überwiegend privaten Schriftpresse sind die audiovisuellen Medien weitgehend in staatlicher Hand. Neben staatlichen und privaten algerischen Fernsehsendern werden auch arabische, französische und andere ausländische Fernsehprogramme von vielen Haushalten über Satellit empfangen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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